Scheuss Quick Wins

Quick Wins

Quick Wins werden häufig mit „Quickies“ verwechselt. Doch nur etwas „auf die Schnelle“ zu tun, ist noch lange kein Quick Win. Quick Wins sind keine Schnellschüsse. Bei Quick Wins handelt sich ebenfalls nicht um das rasche Abzocken an der Börse oder bei Gewinnspielen, sondern um einen in der Praxis wichtigen Aufgabentyp, der einen rasch ein gutes Stück vorwärts bringt.

Die Abbildung zeigt verschiedene Aufgabentypen in Bezug auf den zu erbringenden Einsatz und die zu erwarteten Wirkungen. Zwei Fragen kategorisieren die Management-Aufgaben:

Wie hoch ist der Aufwand, der für die Erfüllung der Aufgabe benötigt wird?

Wie gross sind die Wirkungen, welche durch die Lösung der Aufgabe erzielt werden?

Daraus ergeben sich vier Konstellationen mit entsprechenden Typen von Aufgaben: Klassieren Sie Ihre Aufgaben auf Ihrer To-To-Liste entsprechend in diese vier Typen:

Big Jobs

Big Jobs sind grosse, umfassendere Ziele, Aufgaben oder Projekte. Sie stellen eine besondere Herausforderung dar. Dies sind Aufgaben, welche nur durch einen grösseren Aufwand (Ressourceneinsatz) und höheres Engagement erreicht werden. Big Jobs bedeuten richtig Aufwand und hohe Anstrengung. Daher wirken sie oft entmutigend. Grosse Aufgaben werden zwar als notwendig erachtet, tragen aber immer einen Kern der Demotivation in sich, da die Hürden so hoch gesteckt sind. Ein besonderer Effort und Durchhaltewillen sind notwendig, um diese Aufgaben zu realisieren.

Quick Wins

Quick Wins sind die attraktivsten Jobs, Aufgaben oder Ziele. Bei ihnen ist der Erfolgshebel am höchsten. Auf diese Aufgabenkategorie sollte daher der Fokus besonders gerichtet werden, da sie mit absehbarem Aufwand einen grossen Schritt vorwärts ermöglichen.

Überleg’s Dir zweimal!

Aufwändige Aufgaben mit nur geringer Wirkung oder kleinen Effekten sind unattraktiv und undankbar. Diese Kategorie sollte man nur mit besonderer Vorsicht angehen. Die Wirkungen sind klein oder unbedeutend, der Aufwand hingegen nicht zu unterschätzen. Hier lohnt es sich, zweimal zu überlegen, ob überhaupt und wie man diese Aufgaben anpacken will.

Peanuts für Zwischendurch

„Peanuts-Aufgaben“ sind Lückenfüller-Tätigkeiten. Dies sind kleinere Aufgaben mit niedrigem Aufwand, die in der Prioritätsliste nicht weit oben stehen. Sie lassen sich „zwischendurch“ mal zur Erledigung einstreuen.

Quick Wins sind machbare Zielsetzungen, Aufgabenpakete, Meilensteine oder Projekte mit abschätzbarem Aufwand und hoher Erfolgschance. Sie lassen sich sofort anpacken und liefern in einer überschaubaren Zeitspanne und mit überschaubarem Aufwand positive Ergebnisse. Quick Wins animieren, den ersten Schritt zu gehen, um rasch sichtbare Resultate zu erzeugen. Sind die Aufgaben (Big Jobs) hingegen zu mächtig oder die zu erzielenden Ergebnisse in zu weiter Ferne, so rafft man sich nur schwer auf, überhaupt den ersten Schritt zu tun.

Quick Wins orientieren sich am schnellen Ergebnis: Statt „Man sollte doch mal“ oder „Zuerst müssen wir auch noch mal abklären“ oder „Noch ist nicht alles bekannt“ zielen Quick Wins auf  das „Just do it!“. Quick Wins ermöglichen rasche, kleinere Erfolge mit Signalwirkung. Sie belegen, dass ein umfassendes Projekt oder grosse Aufgabe „funktioniert“. Sie zeigen, dass man den richtigen Weg eingeschlagen hat. So sind Quick Wins motivierend und regen wiederum zur nächsten Etappe an. Quick Wins nehmen Bedenkenträgern den Wind aus den Segeln und reduzieren Widerstände.

Nichts motiviert mehr, als der Erfolg selbst. Auf diesem Prinzip ruht die Quick-Win-Idee. Ohne Quick Wins oder Etappensiege wird es deutlich schwieriger, ein hohes Engagement für längerfristige, übergeordnete und umfassende Ziele aufrecht zu erhalten. Aber auch Kritiker, Negativdenker oder Zyniker werden durch den Erfolgsnachweis von Quick Wins eines Besseren belehrt. Der Weg zum Erfolg scheint zu funktionieren, wie Etappenziele dies belegen. Das übergeordnete Ziel kann erreicht werden. Dies stärkt Selbstvertrauen und Selbstmotivation, was wiederum Energien freisetzt. Dies bringt eine Positivspirale in Gang, die sich am nächsten Fortschritt orientiert, indem sie die Einstiegshürde heruntersetzt. Quick Wins sollte man daher immer zuerst und mit besonderer Aufmerksamkeit angehen.

Mit Quick Wins zu arbeiten, ist eine leistungsfähige Methode. Geht man umfassende Absichten, Zielsetzungen, Projekte oder Strategien an, so sucht man bewusst schon im Vorfeld nach wichtigen Vorzeigeetappen mit konkreten Zwischenresultaten.

Quick Wins sollen Steine ins Rollen bringen, um Berge zu versetzen.