Professioneller Entscheiden

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Führen heisst entscheiden. Tagtäglich treffen wir hunderte von Entscheiden, doch wissen wir, welche Komponenten gute Problemlösungen charakterisieren?

Professionelles Entscheiden ist mehr, als nur eine Lösung für ein Problem zu finden. Dietrich Dörner, emeritierter Professor für Psychologie der Universität Bamberg, ist Spezialist für das menschliches Verhalten beim Lösen komplexer Probleme. Wodurch kann die Qualität von Entscheiden nachhaltig verbessert werden? Die folgenden sechs Tipps basieren auf seinen psychologischen Erkenntnissen und lassen sich einfach in der Praxis realisieren. Ihre Entscheide werden dadurch merklich besser.

 

Quick Wins: Vorgehen beim professionellen Entscheiden

  • Ziele klar? – Was wollen wir überhaupt?
    Wir sind uns oft über die eigenen Ziele viel zu wenig im klaren. Entscheider haben die Tendenz, zu rasch oder gar direkt zur Lösung zu springen. Doch wer nicht weiss, wohin er steuern will, setzt auch die Segel für den Zukunftskurs nicht richtig. Die Qualität von Entscheiden steigt nachweisbar, wenn man sich zuerst eingehend mit den Zielen befasst.
  • Analyse durchgeführt? – Wie präsentiert sich die Situation?
    Beim Lösen komplexer Probleme beachten wir die Gegebenheiten der vorliegenden Situation zu wenig. Wir fixieren gerne nur Ausschnitte und überbewerten einzelne Details. Dies hat zur Folge, dass wir Zeitabläufe, Reaktionen/Gegenreaktionen, Wachstumsentwicklungen oder auch die Interessen von möglichen Betroffenen ungenügend oder gar falsch einschätzen.
  • Schwerpunkte festgelegt? – Was ist uns wirklich wichtig?
    Was sollte die Lösung alles erfüllen? Wir suchen zu wenig nach den wirklich wichtigen, grundsätzlichen qualitativen Anforderungen an die Lösung. So werden Schwerpunkte oft willkürlich gesetzt und Ressourcen, Zeit und Energie verschleudert.
  • Nebenwirkungen geklärt? – Womit haben wir zu rechnen?
    Der Arbeitsstress des Alltags verkürzt das Denken: Tauchen Neben- oder Folgeeffekte auf, reagieren wir genervt oder mit Verdrängung. Wenn entschieden ist, erwarten wir, dass sich das Thema erledigt hat. Doch dem ist vielfach nicht so. Eine frühzeitige Risiko- und Folgen-Abklärung schafft hier Abhilfe.
  • Massnahmen getroffen? – Welche Aktionen sind in welcher Intensität anzugehen?
    Sind die passenden Massnahmen getroffen und eingeleitet? Funktioniert unsere Lösung nicht auf Anhieb, so „doppeln“ wir kraftvoll nach. Dies führt häufig zum überzogenen Nachziehen. Aber auch die Umkehrreaktion des Untersteuerns kann eine Folge sein: Wir geben zu rasch auf, indem wir sagen: „Das funktioniert nicht.“
  • Autorität vorhanden? – Welche Gestaltungsmacht verfügen wir?
    Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass wir das Geschehen massgeblich beeinflussen können. Wir neigen zu autoritärem, dominantem Verhalten. Doch in den vielen Fällen sind wir nur ein Akteur unter vielen und damit nur ein Akteur in einem grösseren System. Eine ganzheitliche Rollenbewertung hilft, die Lage realistisch anzugehen.

 

Mehr dazu im Buch: STRATEGIE TOOLS.

Posted on 6. März 2019 in Blog, Change

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